Darmstadt, 28.10.1996 – Die Greenpeace-Gruppe Darmstadt informiert am Samstag den 28. November 1996 die Darmstädter Bevölkerung sowie die Darmstädter Polizisten über die extrem unterschätzte Gefahr, die von Castor-Transporten ausgeht unter anderem, durch Neutronenstrahlung. In einem Informationscontainer, sowie einem Infostand auf dem Luisenplatz in Darmstadt werden anhand von Grafiken und Schaubildern die Erkenntnisse des Marburger Strahlenmediziners Professor Horst Kuni aufgezeigt.
Auf einem 10 m langem Banner mit der Aufschrift „DarmstädterInnen gegen Castor“ sowie 2 Atom-Warnzeichen und auf ausgelegten Unterschriftslisten können Bürgerinnen und Bürger durch Unterschriften und/oder kurzen Texten Ihrem Protest Ausdruck verleihen.
Auf der Grundlage der Erkenntnisse von Professor Kuni wurden bereits beim ersten Castor-Transport von Philippsburg nach Gorleben im April 1995 die polizeilichen Einsatzkräfte in der Nähe des Behälters Strahlendosen ausgesetzt, die den offiziell geltenden Strahlenschutzgrenzwert weit überschritten haben. Die damals im Einsatz eingesetzten Polizisten sind nach den Erkenntnissen von Professor einer Strahlung von 1,9 mSv ausgesetzt worden, der offizielle Strahlenschutzgrenzwert für Polizisten beträgt 1,5 mSv pro Jahr.
Greenpeace wird in den nächsten Wochen mit dieser Containerausstellung nicht nur die Innenministerien der Länder informieren, sondern auch die Polizisten selbst. In einer bundesweiten Tour sollen unter anderem Polizeischulen sowie Bereitschaftspolizei-Standorte angefahren werden, um die betroffenen Polizisten direkt zu informieren.
Die Verschiebung von Atommüll, ob nach La Hague und Shellafield zur Wiederaufbereitung oder nach Gorleben zur Zwischenlagerung, ist keine Lösung des atomaren Entsorgungsproblems. Für Greenpeace heißt das:
Lagerung des Atommülls in den vorhandenen Lagerbecken der Atomkraftwerke. Spätestens wenn diese voll sind, muß das jeweilige Atomkraftwerk abgeschaltet werden.
„Wir brauchen keine Atomenergie: Der Ausstieg aus dieser gefährlichen Art der Stromerzeugung ist längst überfällig. Umweltfreundlichere, sichere und wirtschaftlichere Alternativen für die Energiepolitik sind heute machbar“, so Dr. Hirsch.
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