Lebensmittel

Es gibt verschiedene Bezeichnungen die Obst und Gemüse bzw. Produkte aus ökologischer Landwirtschaft als solche kenntlich machen. So kann der Verbraucher z. B. Bio-Landwirtschaft oder Ökolandbau lesen oder er findet in der Zutatenliste die Kennzeichnung „aus ökologischer Landwirtschaft“ oder „aus kontrolliert biologischem Anbau“ (kbA).

Produkte die diese Bezeichnungen tragen, müssen den Anforderungen der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Ob das Produkt den Anforderungen entspricht kann der Verbraucher seit etwas mehr als zehn Jahren anhand des sechseckigen Bio-Siegels erkennen. Neu hinzugekommen ist das EU-Bio-Logo (ein geschwungenes Blatt mit 12 Sternen zumeist auf einem hellgrünen Untergrund), welches alle ab dem dem 1. Juli 2012 abgepackte Bio-Produkte tragen müssen. Das deutsche Siegel ist nach wie vor freiwillig, die meisten Hersteller bringen es weiterhin auf.

Was kennzeichnet den ökologischen Landbau?

-          Schutz von Wasser und Boden

-          Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel

-          Artgerechte Tierhaltung

-          Kein Einsatz von Gentechnik bei Anbau und Verarbeitung

Viele Landwirte arbeiten aber nicht nur nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung. Vielmehr haben Sie sich Verbänden angeschlossen, deren Richtlinien strenger und umfassender als die gesetzlich vorgegeben sind. Die bekanntesten werden im folgender vorgestellt.

Demeter e.V. (biologisch-dynamischer Landbau)

Mit seinem Bestehen seit 1928 ist „Demeter“ der älteste Anbauverband und geht auf Rudolf Steiners „Landwirtschaftlichen Kurs“ zurück. Der weltweit tätige Verband setzt die weitest gehenden Anforderungen. Dazu gehört die zwingende Verwendung von so genannten bio-dynamischen Präparaten (auf Basis von Kräutern, Mineralien oder Kuhmist), die sich mit homöopathischer Wirkung positiv auf die Bodenfruchtbarkeit und die Pflanzenqualität auswirken. Daneben wird empfohlen, die Aussaat, Pflege und Ernte sowie die Tierzucht an den kosmischen Rhythmen und Gestirnkonstellationen auszurichten. Die Tierhaltung (Rinder) sind vorgeschrieben, um eine optimale Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. In Ausnahmefällen (z. B. reine Gemüsegärtner) kann darauf verzichtet werden. Des Weiteren müssen die Kühe/ Rinder Hörner tragen, d. h. die Enthornung wie es vor allem im konventionellen teilweise aber auch in der ökologischen Landwirtschaft praktiziert wird, ist nicht erlaubt. Bei der Fütterung muss 50 % der Tagesration und 2/3 der Jahresration Demeter-zertifiziertes Futter verwendet werden. Konventionelle Futterkomponenten sind bei allen Tierarten verboten. Die Fütterung von Silage ist generell untersagt.                                                                     Bei der Verarbeitung der Produkte müssen mindestens 95 % der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft und davon wiederum 90 % der landwirtschaftlichen Zutaten aus Demeter-Landwirtschaft stammen, um das Demeter-Logo tragen zu dürfen. Sind Demeter-Zutaten nachweislich nicht erhältlich, können bis zu einem bestimmten Prozentanteil ökologische Zutaten verwendet werden. Dazu ist die Zustimmung vom Verband einzuholen. In Deutschland bewirtschafteten im Mai 2011 1.387 Bauern auf ca. 66.000 ha (Hektar) ihr Land nach den bio-dynamischen Richtlinien.

Bioland

Bioland wurde 1971 von engagierten Bauern gegründet. Er ist der führende Anbauverband Deutschlands und der flächenmäßig Größte mit 5.443 Bauern und einer Fläche von ca. 267.000 ha (Stand Mai 2011). Wie beim Demeter-Verband ist eine  Gesamtbetriebsumstellung hin zur ökologischen Landbewirtschaftung zwingend notwendig. Bei der Tierfütterung ist 100 % Bio-Futter ein Muss und Tiertransporte dürfen sich maximal auf eine Entfernung von 200 km erstrecken. Bei der Tierhaltung dürfen insgesamt pro Hektar und Jahr 140 Legehennen, 280 Masthühnchen, 10 Mastschweine und zwei Kühe gehalten werden, damit noch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft erreicht werden kann (Demeter hat ebenfalls diese Vorgaben). Das Enthornen bei Rindern ist allerdings erlaubt. Die ganzjährige ausschließliche Fütterung mit Silage ist verboten.

Naturland

Naturland wurde 1982 gegründet und ist weltweit tätig. In Deutschland waren im Mai 2011 insgesamt 2.441 Bauern zugehörig, die eine Fläche von ca. 126.000 ha bewirtschafteten. Gegenüber den anderen Anbauverbänden ist für ihn kennzeichnend, dass er als einziger auch Aquakultur und Holz zertifiziert.

Die nachfolgenden Anbauverbände sind kleiner als Demeter, Bioland und Naturland und eher regional agierend. Ihre Siegel finden sich überwiegend bei Monoprodukten wie Milch, Eier, Getreide, Obst und Gemüse.

Biokreis

Biokreis entstand 1979 als regionale Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft in Ostbayern und ist mittlerweile aber auch in anderen Bundesländern aktiv. Dem Verband gehörten im Mai 2011 872 Bauern mit einer bewirtschaftenden Fläche von 35.000 ha an, welche nach wie vor viel Wert auf regionales wirtschaften legen.

Biopark

Biopark wurde 1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet und zählt 571 Bauern mit 133.000 ha Land (Stand Mai 2011). Kennzeichnend für sie ist die enge Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden.

Gäa

Gäa wurde 1989 in Dresden/Sachsen gegründet und hat ihre Wurzeln in der oppositionellen kirchlichen Umweltbewegung der 80er Jahre in Ostdeutschland, wo auch heute noch ihr Schwerpunkt liegt.  Ziel ist es, die regionalen Strukturen sowie die Weiterverarbeitung der ökologischen Erzeugnisse vor Ort zu fördern. Der Name Gäa wurde der altgriechischen Mythologie entnommen und bedeutet „Urmutter Erde“. Gäa e.V. sind  342 Bauern mit 34.000 ha angeschlossen (Stand Mai 2011).

Dass die Anbauverbände in vielen Punkten strenger sind, zeigt sich auch bei der Betrachtung der EG-Öko-Verordnung, die hier  kurz vorgestellt wird:

-          Eine Teilumstellung des Betriebes ist möglich, so dass ökologische und konventionelle Landwirtschaft nebeneinander stattfinden kann. Eine entsprechende getrennte Handhabung ist notwendig.

-          Die eingesetzte Stickstoffmenge ist nicht begrenzt, ausgenommen die Zufuhr von Stickstoff aus der Tierhaltung (begrenz auf 170 kg je ha und Jahr)

-          Bei der Tierhaltung sind 230 Legehennen, 580 Masthühnchen, 14 Mastschweine und zwei Milchkühe pro ha und Jahr möglich.

-          Die Tierhaltung selbst ist nicht näher geregelt.

-          Der Zukauf von Gülle, Jauche, Geflügelmist aus konventioneller (flächengebundener ) Tierhaltung ist möglich

-          Futtererzeugung vom eigenen Hof nicht vorgeschrieben.

Die folgenden Logos kennzeichnen, dass die Regelungen der EG-Öko-Verordnung eingehalten wurden:

Homepage-Adresse der Anbauverbände:

Demeter:

www.demeter.de

Bioland:

www.bioland.de

Naturland:

www.naturland.de

Biokreis:

www.biokreis.de

Biopark:

www.biopark.de

Gäa:

www.gaea.de

Hier noch ein paar Linktips:

Einkaufsführer des Regionalbauernverbands Starkenburg e. V.

“Bio & Fair Einkaufsführer Hessen” (Verbraucherzentrale Hessen). Leider etwas veraltet (2005).

Ernährungsseite der Verbraucher-Zentrale Hessen

Zuckeraustauschstoffe

hier befindet sich ein Überblick über Süßstoffe (Zuckerersatzstoffe) und ihre (Neben)wirkungen:

*: der Link gibt einen Hinweis auf die Bewertungshintergründe. Gerne nochmal selbst recherchieren. Bei Interesse freuen wir uns auf eine Mail.

Weitere Infos zum Thema Süßstoffe.

Kaugummi-Jagd

Aufgabe: Versuch doch einmal dort, wo du immer einkaufst, ein Kaugummi zu finden mit folgenden Eigenschafen:

1. das Kaugummi ist zuckerfrei (um die Zähne zu schonen)

2. in der Zutatenliste taucht kein Aspartam auf.

3. das Kaugummi wird nicht unter dem Markenname Wrigley’s vertrieben (die alle Aspartam enthalten)

Tip: Nicht verzweifeln, es gibt eine Lösung. :)

Lösungen bitte an uns senden. Wer keine findet, kann uns auch schreiben.

Fair Trade

Warum FairTrade?

–> www.transfair.org/ueber-fairtrade.html

–> www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de

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